ANGEMESSENE UND EFFIZIENTE BEHANDLUNG VON SCHULTERVERLETZUNGEN: WER BRAUCHT EINE CHIRURGIE?

J. Chepeha1, A. Silveira1, D. Sheps2, L. Beaupre1
1University of Alberta, Institut für Physiotherapie, Edmonton, Kanada, 2University of Alberta, Department of Surgery, Division of Orthopaedics, Edmonton, Kanada

Hintergrund: Schulterschmerzen/-funktionsstörungen sind häufige Patientenbeschwerden in der Primärversorgung, aber Best Practices für den Umgang mit Schulterpathologien sind unklar.

Zweck: Um festzustellen: (1) Erkennt eine Entscheidungsregel als Teil eines standardisierten Rehabilitationsprogramms Patienten, die eine chirurgische Behandlung benötigen? (2) Gibt es Patientenmerkmale, die mit einem Scheitern der Rehabilitation verbunden sind?

Methoden: 143 Teilnehmer mit erstmals behandlungsbedürftiger Schulterpathologie wurden in ein standardisiertes Rehabilitationsprogramm aufgenommen. Das Programm wurde als nicht erfolgreich angesehen, wenn die Teilnehmer innerhalb von 6-12 Wochen keine Progression zeigten (<15 % Veränderung des WORC-Scores der West-Ontario-Rotatorenmanschette). Diese Teilnehmer wurden einer beschleunigten chirurgischen Konsultation unterzogen. Interessante Ergebnisse waren 1) der Anteil der Patienten mit erfolgreicher versus fehlgeschlagener Rehabilitation und 2) Patientencharakteristika im Zusammenhang mit fehlgeschlagener Rehabilitation. Die Analysen verwendeten unabhängige t-Tests und Chi-Quadrat-Tests.

Ergebnisse: Von 143 Teilnehmern benötigten 32 (22 %) eine chirurgische Beratung, 16 (11 %) führten eine Operation durch. Der Rest wurde erfolgreich mit Rehabilitationsmanagement behandelt (78 %). Zu den Merkmalen, die mit einer gescheiterten Rehabilitation in Verbindung gebracht wurden, gehörten: Rotatorenmanschettenrisse in voller Dicke (p < 0.05), vermehrter Medikamentengebrauch (p < 0.03), höheres Alter (p < 0.05), Behauptung einer kurzfristigen Behinderung (p < 0.03), verringerte Flexion, Abduktions- und Außenrotations-Bewegungsbereich (ROM) (p < 0.05) und verminderte Außenrotationsstärke (p < 0.05).

Schlussfolgerung(en): Die anfängliche Rehabilitation unter Verwendung einer Entscheidungsregel ist wirksam bei der Erkennung von Patienten, die wegen generalisierter Schulterpathologie eine chirurgische Beratung benötigen; Die meisten Patienten erholten sich mit der Rehabilitation. Der Grad des Rotatorenmanschettenrisses, der verringerte ROM und die Kraft können hilfreich sein, um Behandlungsentscheidungen zu treffen.

Implikationen: Anfängliche Rehabilitation unter Verwendung einer Entscheidungsregel für den Erfolg kann Patienten mit Schulterproblemen rechtzeitig zu einer geeigneten Behandlung führen.

Finanzierung, Danksagungen: Diese Studie wurde vom Workers' Compensation Board von Alberta, Kanada, finanziert

Stichwort: Schulter, Entscheidungsregel, Rehabilitation

Thema: Bewegungsapparat: obere Extremität

War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? ja
Institution: University of Alberta, Health Research Ethics Board (HREB)
Ausschuss: HREB – Biomedizinisches Gremium
Ethiknummer: Pro00052670


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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