ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN SCHMERZ, OXIDATIVEM STRESS UND AUTONOMISCHEM NERVENSYSTEM NACH TRAINING BEI MENSCHEN MIT CHRONISCHEM MÜDIGKEITSSYNDROM UND GESUNDER KONTROLLE

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Polli A.1,2, Van OosterwijckJ.2,3, Ickmans K.1,2, De Wandele I.3, Paul L.4, Meius M.2,3, Nijs J.1,2
1Vrije Universiteit Brussel, Department of Physiotherapy, Human Physiology and Anatomy, Faculty of Physical Education & Physiotherapy, Brüssel, Belgien, 2Pain in Motion, Brüssel, Belgien, 3Universität Gent, Institut für Rehabilitationswissenschaften und Physiotherapie, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Gent, Belgien, 4University of Glasgow, Pflege- und Gesundheitsfürsorge, School of Medicine, Glasgow, Vereinigtes Königreich

Hintergrund: Im Gegensatz zu gesunden Kontrollpersonen (HCs) zeigen Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/chronischem Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) eine Verschlechterung ihrer Schmerzen nach körperlicher Betätigung. Die genauen Mechanismen, die diesem Phänomen zugrunde liegen, sind weitgehend unbekannt. Oxidativer Stress (OS) wurde mit Schmerzen in Verbindung gebracht und als Verursacher von Schmerzen vorgeschlagen. Das OS verbessert sich bei ME/CFS-Patienten während zunehmender körperlicher Betätigung früher und die antioxidative Reaktion ist im Vergleich zu HCs verzögert. OS-Antworten sind mit der Aktivität des autonomen Nervensystems (ANS) verknüpft. Experimentell induzierte erhöhte OS-Spiegel reduzieren den Blutfluss, der zu den arbeitenden Muskeln fließen sollte.

Zweck: Wir untersuchten, ob OS mit Schmerzsymptomen oder Schmerzveränderungen nach körperlicher Betätigung assoziiert ist, und die möglichen Beziehungen zwischen OS und ANS-Funktionen bei ME/CFS und HCs.

Methoden: In die Studie wurden nur Frauen zwischen 18 und 65 Jahren eingeschlossen. Die HCs wurden den Merkmalen der Patienten (Alter, Geschlecht, BMI, Grad der körperlichen Aktivität) zugeordnet. Die Probanden wurden einem standardisierten submaximalen Belastungstest mit kontinuierlicher kardiorespiratorischer Überwachung unterzogen. Wir haben die Herzfrequenzvariabilität (HRV) als Maß für die ANS-Funktion und die TBARS-Werte als Maß für das OS gemessen. Vor und nach dem Test wurden die Probanden gebeten, ihre Symptome anhand von zwei VAS-Skalen für körperliche Schmerzen und Kopfschmerzen einzustufen. Vor und nach dem Test wurde auch eine Blutprobe entnommen, um das OS und belastungsinduzierte OS-Veränderungen zu messen. Wir führten sowohl Vergleiche zwischen den Gruppen als auch innerhalb der Gruppen für Schmerz- und OS-Maßnahmen durch. Korrelationsanalysen wurden verwendet, um die Beziehung zwischen subjektivem Schmerz und TBARS-Maßnahmen zu untersuchen und Zusammenhänge zwischen ANS-Funktion und OS zu analysieren. Gemäß den Ergebnissen der deskriptiven Analyse wurden parametrische oder nichtparametrische Tests ausgewählt.

Ergebnisse: Achtzehn Patienten und achtzehn HCs wurden rekrutiert. Zu Studienbeginn wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede für Alter, BMI, Angstzustände und Depressionen festgestellt. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen wurden bei Schmerzen und Kopfschmerzen sowohl zu Studienbeginn als auch nach dem Training festgestellt (alle p < 000). Eine gruppeninterne Analyse zeigte, dass sich die Schmerzen bei HCs nach dem Training deutlich verbesserten (p=002); und dass die HRV nach dem Training bei ME/CFS-Patienten signifikant abnahm (p=039). Korrelationen zeigten, dass die TBARS-Werte nur bei Patienten mit ME/CFS zu Studienbeginn signifikant mit Schmerzen und Kopfschmerzen korrelierten (r=540, p=021). ; und r=.569, p=.014) und mit Schmerzen nach dem Training (r=.524, p=.024). Wir fanden nur bei HCs eine starke inverse Korrelation zwischen belastungsbedingten Veränderungen der HRV und TBARS-Änderungen (r= -.725, p=.001).

Schlussfolgerung(en): Schmerzen waren nur bei ME/CFS-Patienten sowohl vor als auch nach dem submaximalen Test mit dem OS-Level assoziiert. Übung reduzierte die ANS-Funktion bei Patienten, aber dies schien weder die Schmerzsymptome noch das OS zu ändern. HCs zeigten eine signifikante Verringerung der Schmerzsymptome und eine starke Assoziation zwischen OS und ANS-Aktivität. Das heißt, je mehr das ANS seine Aktivität während des Trainings erhöht, desto mehr nimmt das OS ab und umgekehrt.

Implikationen: Unsere Daten helfen beim Verständnis komplexer Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Systemen, von denen angenommen wird, dass sie eine Rolle bei Nozizeption und Schmerz spielen. HCs und Patienten, die durch chronische weit verbreitete Schmerzen (ME/CFS) gekennzeichnet sind, zeigten Unterschiede im OS-Stress, der ANS-Reaktion auf Belastung und in der Assoziation zwischen ANS-Aktivität und OS während der Belastung.

Finanzierungshinweise: Diese Studie wurde vom Ramsay Research Fund der ME Association (UK) finanziert.

Thema: Schmerz & Schmerztherapie

Ethik-Genehmigung: Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Gent, Belgien, genehmigt.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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