EINE UMFASSENDE SCHULTERBEWERTUNG FÜR SCHULTERSCHMERZMASSNAHMEN: DIE INTEGRATION VON ZENTRALER SCHMERZVERARBEITUNG, PSYCHOSOZIALEN UND FUNKTIONELLEN SCHULTERFAKTOREN

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Schwank A1,2, Struyf F2, Gisi D1, Pisan M3, Meius M2
1Kantonsspital Winterthur, Institut für Physiotherapie, Winterthur, Schweiz, 2Universität Antwerpen, Institut für Rehabilitationswissenschaften und Physiotherapie, Antwerpen, Belgien, 3Kantonsspital Winterthur, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, Winterthur, Schweiz

Hintergrund: Schulterschmerzen sind die dritthäufigste Beschwerde des Bewegungsapparates, von der sich etwa 50 % der Patienten nicht innerhalb von 12 Monaten erholen. Mit 70 % werden Störungen der Rotatorenmanschette (RC) als das am weitesten verbreitete Problem identifiziert, das zunehmend durch die Reparatur der Rotatorenmanschette (RCR) angegangen wird.
Über andere als biomedizinische Faktoren (z. B. Fettinfiltration im RC-Muskel) für das Versagen der Genesung nach RCR ist wenig bekannt. In der Literatur wurden nur hohe Erwartungen der Patienten an eine Operation als Prädiktor für ein zufriedenstellendes Ergebnis nach RCR identifiziert (Raman et al., 2017), wohingegen Faktoren wie zentrale Sensibilisierung (CS) als schmerztreibender Mechanismus oder psychologische Faktoren wie hoher Stress als potenziell wahrgenommen wurden Schmerzunterhalter sind im Hinblick auf das Ergebnis nach RCR nicht ausreichend verstanden. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass psychologische Faktoren und CS Schulterschmerzen beeinflussen (Sanchis et al., 2015).
Dennoch schien in der klinischen Praxis bei Schulterpatienten, die sich am Kantonsspital Winterthur (KSW) einer RCR unterzogen, der Fokus hauptsächlich auf biomedizinischen Faktoren (z. B. Schulterfunktion) und einem Mangel an standardisierten Bewertungen für den Einfluss der zentralen Schmerzverarbeitung (CPP) zu liegen psychosoziale Faktoren lagen vor.

Zweck: Der Zweck dieses klinischen Projekts bestand darin, eine standardisierte, umfassende Beurteilung zu entwickeln und umzusetzen, die CPP und biopsychosoziale Faktoren einbezieht, um einen ganzheitlichen Einblick in die Patienten zu erhalten, die sich einer RCR unterziehen, und um den Behandlungsverlauf auf ein positives Ergebnis abzustimmen.

Methoden: Zunächst führte der Physiotherapeut eine Literaturrecherche durch, um psychophysische Maßnahmen zur Erkennung einer Hypo-, Normo- oder Übererregbarkeit des Zentralnervensystems in Bezug auf CPP zu identifizieren, die mittlerweile für eine standardisierte Verabreichung in einer 30-minütigen Physiotherapiesitzung durchführbar sind. Zweitens wurde die umfassende Bewertungsbatterie in Zusammenarbeit mit beratenden Schmerzwissenschaftlern und Schulterchirurgen entwickelt. Drittens wurde die Bewertung im perioperativen Management von Patienten, die sich einer RCR unterzogen, im KSW, Schweiz, implementiert. Die Messungen finden 3 Wochen vor der RCR und 3 Monate und 12 Monate nach der RCR statt.

Ergebnisse: Als Maßnahmen zur CPP-Erkennung wurden mechanische zeitliche Summierung (TS), Kälteempfindlichkeitstest, Druckschmerzschwelle (PPT) und CS-Inventar (CSI) identifiziert. TS-Tests sind eine dynamische Methode zur Erkennung zentraler Integration für Bottom-up-Erregbarkeit. Die Kälteempfindlichkeit ist ein Maß für den thermischen Input und die neuronale Erregbarkeit. PPT ist eine statische Methode zur Messung des Druckpunkts, der zu Schmerzen führt, und ist äußerst zuverlässig.
Zweitens wurden modifizierbare psychologische und Lebensstilfaktoren integriert. Die Pain Catastrophizing Scale (PCS), der Illness Perception Questionnaire (IPQ-R), die Perceived Stress Scale (PSS), Patientenerwartungen, Schlaf und Lebensqualität (EQ-5D-5L).
Schließlich wurden konventionell der krankheitsspezifische Western Ontario Rotator Cuff Index (WORC) und der Constant-Score verwendet, die Aufschluss über Schulterfunktion und -behinderung geben.

Schlussfolgerung(en): Die neuartige Schulterbeurteilung integriert biopsychosoziale Aspekte von Schulterschmerzen mit Schwerpunkt auf CPP. Die identifizierten Faktoren sind modifizierbar und können in der Praxis geändert werden, um nach RCR ein besseres Ergebnis zu erzielen. Allerdings berücksichtigt die Bewertung möglicherweise nicht alle möglichen Einflussaspekte und eine kontinuierliche zukünftige Anpassung ist angemessen.

Implikationen: In der Praxis fördert diese neuartige und ganzheitliche Schulterbeurteilung die klinischen Denkprozesse von Physiotherapeuten zur Schmerzverarbeitung bei Patienten, die sich einer RCR unterziehen.

Stichwort: Quantitative sensorische Tests, quantitative sensorische Tests, Rotatorenmanschettenrisse, Ergebnisvorhersage

Finanzierungshinweise: Käufer dieses Projekts ist das Kantonsspital Winterthur in der Schweiz.

Thema: Bewegungsapparat: obere Extremität; Schmerzen und Schmerzmanagement; Orthopädie

Ethikgenehmigung erforderlich: Nein
Institution: Kantonsspital Winterthur (KSW)
Ethikkommission: Interne Ethikkommission der KSW
Begründung nicht erforderlich: Da das Projekt für die Regelversorgung entwickelt und umgesetzt wurde und keine personenbezogenen Daten von Patienten integriert wurden, war keine externe Ethikgenehmigung erforderlich


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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