VERRINGERTES REGIONALES VOLUMEN DER GRAUEN SUBSTANZ BEI FRAUEN MIT CHRONISCHEN STÖRUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT SCHLEUDERPRÄSENZ: BEZIEHUNGEN ZU KOGNITIVEN DEFIZITTEN UND GESTÖRTER SCHMERZVERARBEITUNG

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Kopierer I.1, DePauwR.1, CaeyenberghsK.2, Dannel L.1, Kgel J.1, Lenoir D.3, Meius M.1,4, Cagni B.1
1Universität Gent, Institut für Rehabilitationswissenschaften und Physiotherapie, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Gent, Belgien, 2Australian Catholic University, School of Psychology, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Melbourne, Australien, 3Universität Gent, Institut für Rehabilitationswissenschaften und Physiotherapie, Gent, Belgien, 4Universität Antwerpen, Institut für Rehabilitationswissenschaften und Physiotherapie, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Antwerpen, Belgien

Hintergrund: Patienten mit chronischen Schleudertrauma-assoziierten Erkrankungen (CWAD) sind durch anhaltende Schmerzen traumatischen Ursprungs, kognitive Defizite und zentrale Sensibilisierung (CS) gekennzeichnet. Frühere Neuroimaging-Studien zeigten ein verändertes Volumen der grauen Substanz (GMV) bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen und chronischen Schmerzpatienten mit anderen zentralen Empfindlichkeitssyndromen. Darüber hinaus zeigten diese Studien Beziehungen zwischen verändertem GMV und Wahrnehmungs- und Schmerzsymptomen. Es kann daher die Hypothese aufgestellt werden, dass GMV-Veränderungen auch eine Rolle bei der Vielfalt und Persistenz von Beschwerden bei CWAD spielen. Hirnveränderungen sowie die Auswirkungen von Traumata sind bei diesen Patienten jedoch noch unzureichend untersucht.

Zweck: Die vorliegende Studie zielte darauf ab, Veränderungen des regionalen GMV bei CWAD im Vergleich zu Patienten mit nicht-traumatischen chronischen idiopathischen Nackenschmerzen (CINP) und gesunden Kontrollpersonen zu quantifizieren. Zusätzlich wurden Beziehungen zwischen regionalem GMV und Maßen für Kognition, Schmerz und CS untersucht.

Methoden: 28 Frauen (34 gesunde Kontrollpersonen, 31 CINP, 1 CWAD) wurden eingeschlossen. Zunächst wurden TXNUMX-gewichtete Magnetresonanzbilder (MRT) des Gehirns aufgenommen. Kortikale und subkortikale Regionen, die an der Wahrnehmungs- und Schmerzverarbeitung beteiligt sind, wurden untersucht, um GMV-Veränderungen zu bewerten. Als nächstes wurden kognitive Defizite, maladaptive Schmerzwahrnehmungen und CS-Symptome bewertet. Schließlich wurden lokale und entfernte Hyperalgesie und die Wirksamkeit der konditionierten Schmerzmodulation untersucht. Kovarianzanalysen mit dem Alter als Kovariate wurden durchgeführt, um Unterschiede im GMV zu untersuchen.

Ergebnisse: Regional GMV (orbitofrontal, supramarginal, posterior cingulate cortex) was decreased in CWAD compared to healthy controls (p=0.023; p=0.012; p=0.047). In addition, GMV of the superior parietal and posterior cingulate cortex was decreased in CWAD compared to CINP patients (p=0.008; p=0.035). Lower GMV in cognitive and pain processing regions correlated with higher cognitive deficits, maladaptive pain cognitions, CS symptoms, and local hyperalgesia in CWAD patients (rs= -0.515 to -0.657; p 0.01). Furthermore, lower GMV in cognitive and pain processing regions correlated with higher cognitive deficits in CINP patients (rs= -0.499 to -0.619; p 0.01).

Schlussfolgerung(en): Die vorliegende innovative Studie liefert den ersten Beweis für eine verringerte GMV in kortikalen Regionen, die mit Schmerzen und kognitiver Verarbeitung bei Patienten mit CWAD im Vergleich zu CINP und gesunden Frauen assoziiert sind. Im Gegensatz dazu wurden in der CINP-Gruppe keine GMV-Veränderungen beobachtet. Darüber hinaus korrelierte ein niedrigerer GMV in kognitiven und schmerzverarbeitenden Regionen mit höheren kognitiven Defiziten, maladaptiven Schmerzwahrnehmungen, CS-Symptomen und lokaler Hyperalgesie bei CWAD und korrelierte nur mit kognitiven Defiziten bei CINP. Diese Ergebnisse weisen auf eine mögliche negative Rolle des Traumas bei CWAD hin. Die zugrunde liegenden neurobiologischen Mechanismen dieser GMV-Veränderungen müssen noch aufgeklärt werden. Rückschlüsse auf die Kausalität der beobachteten Zusammenhänge sind nicht möglich. Dementsprechend ist weitere Forschung gerechtfertigt.

Implikationen: Kognitive Defizite, maladaptive Schmerzwahrnehmung und Merkmale von CS scheinen mit einer deutlichen GMV-Abnahme in Regionen verbunden zu sein, die an der Verarbeitung von Wahrnehmung und Schmerz bei CWAD-Patienten beteiligt sind. Daher sollten Bewertungs- und Therapieansätze für CWAD das Gehirn adressieren und die Neuroplastizität des zentralen Nervensystems berücksichtigen. Schmerzneurowissenschaftliche Aufklärung und kognitive Verhaltenstherapie werden empfohlen und es wurde gezeigt, dass sie regionale GMV-Abnahmen umkehren, die mit reduzierten Schmerzen und kognitiven Defiziten bei anderen zentralen Empfindlichkeitssyndromen verbunden sind.

Finanzierungshinweise: Iris Coppieters wird vom Special Research Fund der Universität Gent (BOF-Ghent; BOF13/DOC/276) gefördert.

Thema: Bewegungsapparat: Wirbelsäule

Ethik-Genehmigung: Die örtliche Ethikkommission des Universitätsklinikums Gent (EC/2013/1053) genehmigte das Forschungsprotokoll.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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