ENTWICKLUNG EINES RISIKOBASIERTEN NEUARTIGEN KLINISCHEN PFLEGEWEGS FÜR HÄUFIGE MUSKULOSKELETALE ERKRANKUNGEN IN DER PRIMÄRVERSORGUNG IN AUSTRALIEN

Rebbeck T1, Evans K1, Simic M1, FerreiraP1, Sterling M2, Beal D3, Bennel K4
1University of Sydney, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Lidcombe, Australien, 2University of Queensland, Brisbane, Australien, 3Curtin University, Perth, Australien, 4Universität Melbourne, Melbourne, Australien

Hintergrund: Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Kreuzschmerzen, Nackenschmerzen und Kniearthrose sind die höchste Krankheitslast in Australien. Diese Erkrankungen werden größtenteils von medizinischem Fachpersonal behandelt. Die Kosten eskalieren, wenn sich Menschen mit diesen Störungen nicht erholen und zu unnötigen Untersuchungen und Überweisungen geschickt werden. Um dieser Belastung zu begegnen, müssen leitlinienbasierte Gesundheitsbotschaften effektiv vermittelt werden, indem ein effizienteres Modell der Leistungserbringung verwendet wird.

Zweck: Entwicklung und Erprobung eines neuartigen klinischen Behandlungspfads, der darauf abzielt, die Gesundheitsversorgung und die Gesundheitsergebnisse für häufige Erkrankungen des Bewegungsapparates in der Primärversorgung zu verbessern.

Methoden: Wir folgten einem Übersetzungsrahmen, um den klinischen Pfad zu entwickeln. Die folgenden Rahmenprozesse umfassten die Konsultation von Interessengruppen, Machbarkeit und vorläufige Wirksamkeit. Während der Stakeholder-Konsultationsphase haben wir Treffen mit Zielberufen einberufen, darunter Physiotherapie, Rehabilitationsmedizin, Psychologie, Rheumatologie und orthopädische Chirurgie. Zu den konsultierten Branchenvertretern gehörten staatliche Versicherungsaufsichtsbehörden und Verbraucherorganisationen (z. B. Arthritis Australia). Abschließend wurden führende nationale und internationale Forscher für jede Muskel-Skelett-Erkrankung konsultiert. Durchführbarkeit und vorläufige Wirksamkeit wurden anhand von halbstrukturierten Interviews und Pilotversuchen in der Primärversorgung bestimmt.

Ergebnisse: Das Ergebnis war ein neuartiger risikobasierter klinischer Behandlungspfad, der für eine breitere Implementierung in der Primärversorgung in Australien als skalierbar erachtet wurde. Personen, die sich bei medizinischem Fachpersonal (HCP) vorstellen, werden anhand einer automatisierten Version validierter Risikobewertungstools, einschließlich der Kurzform Orebro und des Start MSK-Tools, auf das Risiko einer schlechten Prognose untersucht. Diejenigen mit geringem Risiko werden an a verwiesen Muskel-Skelett-E-Hub, ein One-Stop-Portal, das vorhandene leitlinienbasierte Ressourcen und Links zu Websites enthält, die für häufige Erkrankungen des Bewegungsapparats entwickelt wurden (z. B. Kreuzschmerzen, Schleudertrauma, Kniegelenksarthrose). Ihr ernannter HCP, der über den Risikostatus informiert wurde, hat ebenfalls Zugang zu diesen E-Education-Ressourcen mit dem Rat, nicht zu viel zu behandeln. Mittlere/hohe Patienten werden an einen spezialisierten Physiotherapeuten überwiesen, der eine komplexere Einschätzung der vorliegenden körperlichen und psychischen modifizierbaren Risikofaktoren vornimmt. Sie setzen sich dann mit dem primären HCP in Verbindung und beraten über die weitere Versorgung. Die Machbarkeitsergebnisse zeigten, dass der Weg akzeptabel war. Von den 80 primären HCPs, die den Pfad und die damit verbundenen Ressourcen nutzten, stimmten die meisten (88 %) zu, dass sie das Wissen über angemessenes Risikomanagement verbesserten. Verglichen mit der üblichen Versorgung zeigten Pilotdaten (n=10) eine Verbesserung der Gesundheitspraxis mit einer angemessen auf das Risiko abgestimmten Versorgung (z. B. betrug die durchschnittliche Anzahl der Behandlungen mit niedrigem Risiko 3 im klinischen Behandlungspfad und 8 in der üblichen Versorgung).

Schlussfolgerung(en): Der neuartige klinische Behandlungspfad wurde nach einem Übersetzungsrahmen entwickelt, der die Konsultation von Interessengruppen, Machbarkeit und vorläufige Wirksamkeit umfasst. Der Weg wurde als akzeptabel befunden und führte zu einem verbesserten Wissen und einer verbesserten Praxis im Einklang mit einem risikobasierten Management für häufige Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Implikationen: Der Pfad wird für die nationale Umsetzung in Australien skaliert. Die Umsetzung sollte Behinderungen im Zusammenhang mit Muskel-Skelett-Erkrankungen reduzieren, kosteneffektiv sein und die Effizienz des derzeitigen Gesundheitssystems verbessern, indem unnötige Bildgebung und Überweisungen reduziert werden und bei Bedarf rechtzeitiger Zugang zu angemessener Versorgung ermöglicht wird.

Stichwort: Risikostratifizierung, klinischer Verlauf, muskuloskelettale Schmerzen

Finanzierungshinweise: Nationaler Rat für Gesundheit und medizinische Forschung Australiens (NHMRC)
SOAR-Stipendium der Universität Sydney

Thema: Bewegungsapparat; Bewegungsapparat; Schmerz & Schmerzmanagement

Ethikgenehmigung erforderlich: Ja
Institution: Universität von Sydney
Ethikausschuss: Human Ethics Committee der University of Sydney
Ethiknummer: 2017/789


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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