DIGITALE PHYSIOTHERAPIE-PRAXIS: EINE PRÜFUNG DER GLOBAL PRAXIS-KOMPETENZEN

M. Meroli1,2, L. Remedios3, O. Ahmed4, K. McCreesh5
1The University of Melbourne, Centre for Health, Exercise and Sports Medicine, Department of Physiotherapy, Melbourne, Australien, 2The University of Melbourne, Centre for Digital Transformation of Health, Melbourne, Australien, 3The University of Melbourne, Department of Physiotherapy, Melbourne, Australien, 4Bournemouth University, Department of Rehabilitation and Sports Sciences, Bournemouth, Vereinigtes Königreich, 5University of Limerick, School of Allied Health, Alterungsforschungszentrum, Limerick, Irland

Hintergrund: Unser Berufsstand erfährt durch digitale Technologien (z. B. Telemedizin, mobile Geräte, Wearables, Big Data) große Veränderungen. Der digitale Reifegrad in der globalen Physiotherapie-Community ist jedoch sehr unterschiedlich. Diese Studie untersucht aktuelle digitale physiotherapeutische Praxisleitlinien im Kontext internationaler Praxiskompetenzen.

Zweck: Bevor der Berufsstand Technologien vertrauensvoll annehmen und effektiv nutzen kann, um die Patientenergebnisse und die Leistung des Gesundheitssystems zu unterstützen, müssen wir untersuchen, wo digitales Wissen und Fähigkeiten innerhalb der bestehenden Leitlinien für Praxiskompetenzen stehen. Dies ist eine wichtige Personalagenda; parallel zur strategischen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die digitale Gesundheitsversorgung und den Taskforces für Bildung und digitale Praxis des WCPT.

Methoden: Es wurde eine fünfstufige, sequentielle Meta-Synthese öffentlich verfügbarer internationaler Praxiskompetenzstandards durchgeführt. Wir haben zunächst sechs Praxiskompetenzstandards in englischer Sprache aus den vom International Network of Physiotherapy Regulatory Authorities (INPTRA) aufgelisteten Regionen bezogen. Unter Nutzung der Netzwerke des Autorenteams und unserer jeweiligen Mitgliedsorganisationen beschafften wir weitere vier für die Analyse, insgesamt zehn. Die nächste Stufe umfasste die Identifizierung von Schlüsselwörtern für digitale Praxen unter Verwendung des WCPT/INTPRA-Praxisberichts für digitale Physiotherapie und MeSH-Überschriften für digitale Gesundheit, eHealth und Gesundheitsinformatik. Als nächstes standardisierten wir die Kompetenzstufen über die neun Dokumente hinweg, um eine größere Homogenität zu erreichen und die Datenextraktion zu unterstützen. Anschließend extrahierten wir Kompetenzaussagen gemäß den identifizierten Schlüsselwörtern. Anweisungen wurden bereinigt, um Duplikate zu entfernen. Schließlich haben wir Kompetenzaussagen in drei Gruppen kodiert:
1) Bezogen auf die digitale Physiotherapiepraxis,
2) Relevant für das Gesundheitsinformationsmanagement, aber nicht digital,
3) Irrelevant.

Ergebnisse: Es wurden N=256 Kompetenzaussagen extrahiert. Die Standards deckten die Regionen Europa (Großbritannien, Irland), Asien-Pazifik (Australien, Neuseeland), Nordamerika (USA, Kanada) und Afrika (Südafrika) ab. Wir haben auch die ER-WCPT- und WCPT-Praxisstandards für die Vertretung analysiert, wenn die Kompetenzstandards einzelner Länder nicht ohne weiteres erkennbar waren. n=30 Aussagen waren Duplikate (mit zwei oder mehr Schlüsselwörtern), sodass n=226 Aussagen analysiert werden mussten; n=2 Aussagen wurden als irrelevant eingestuft und weggelassen. Insgesamt kodierten wir n=43 (19.0 %) Aussagen zu digitaler Praxis und n=183 (81.0 %) zu Daten- oder Informationsmanagement, aber nicht zu digitaler Praxis. Kompetenzstandards mit dem größten Anteil an Kompetenzaussagen für die digitale Praxis waren das Australian Careers Competency Framework (32.4 %), die Australian and New Zealand Practice Thresholds (23.5 %) und das Canadian Competency Profile for Physiotherapists (22.7 %).

Schlussfolgerung(en): Derzeit besteht kein internationaler Konsens über die Praxis der digitalen Physiotherapie und folglich eine große Lücke bei den Kompetenzerwartungen und Leitlinien für Physiotherapeuten in diesem Bereich. Dies signalisiert nicht nur die Notwendigkeit einer größeren Aufmerksamkeit für digitale Praxiskompetenz, sondern auch koordiniertere internationale Bemühungen zur Entwicklung standardisierter Kompetenzen zur Unterstützung der Gestaltung von Universitätslehrplänen und der derzeitigen Belegschaft, selbstbewusst und kompetent in einer stärker digitalisierten Welt zu praktizieren.

Implikationen: Digitale Physiotherapiepraxis:
  • Sollte im Rahmen einer praktischen Kompetenz betrachtet werden;
  • Bietet Potenzial für unterstützende Modelle der Leistungsfähigkeit von Pflege- und Gesundheitssystemen;
  • Benötigt einen globalen Konsens über Materialien zur Unterstützung von Bildung und beruflicher Entwicklung.
  • Wie bereits erwähnt, können Links zu den Aktivitäten des WCPT als Führungs- und Engagementsignal für die globale Physiotherapie-Community dienen.

Finanzierung, Danksagungen: Null

Stichwort: Digitale Physiotherapiepraxis, Praxiskompetenz, Standards

Thema: Bildung

War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? Nein
Institution: N/A
Ausschuss: N/A
Begründung: N/A – Das Projekt dient lediglich der Erforschung frei verfügbarer globaler Praxisschwellenwerte zur Information von Bildung und Politik. Eine weitere Genehmigung war nicht erforderlich.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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