Epigenetik des Gens des vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktors (BDNF) für Schmerzen beim chronischen Müdigkeitssyndrom: eine explorative Studie

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Polli A.1,2, Ickmans K.1,2, Ghosh M.3, Godderis L.3, Nijs J.4
1Pain in Motion International Research Group, Brüssel, Belgien, 2Vrije Universiteit Brussel, Department of Physiotherapy, Human Physiology and Anatomy, Faculty of Physical Education & Physiotherapy, Brüssel, Belgien, 3KU Leuven, Umwelt und Gesundheit, Leuven, Belgien, 4Vrije Universiteit Brussel, Forschungsgruppe Pain in Motion (PiM) – Abteilung für Physiotherapie, Humanphysiologie und Anatomie, Fakultät für Leibeserziehung und Physiotherapie, Brüssel, Belgien

Hintergrund: Schmerzen werden bei Patienten mit CFS oft als das am stärksten beeinträchtigende Symptom bezeichnet. Bisherige Erkenntnisse zeigten, dass die schmerzhemmenden Mechanismen beeinträchtigt sind, was dem Bild einer Überempfindlichkeit des Zentralnervensystems entspricht. Es ist erforderlich, die Mechanismen der oben genannten Überempfindlichkeit der Schmerzen des Zentralnervensystems bei Patienten mit CFS aufzuklären. Einer der entscheidenden Akteure für die zentrale Sensibilisierung ist der Brain-derived Neurotrophic Factor (BDNF). BDNF ist ein Protein, das von einer Vielzahl von Zellen produziert wird, darunter Neuronen und Immunzellen. BDNF erhöht die Empfindlichkeit der Schmerzbahnen im ZNS.
Unter Epigenetik versteht man Veränderungen in der Genexpression, ohne dass sich die zugrunde liegende Gensequenz ändert. Epigenetische Veränderungen ermöglichen es Zellen, auf äußere Faktoren zu reagieren. Es häufen sich Hinweise darauf, dass epigenetische Veränderungen der Expression spezifischer Gene zur Pathogenese verschiedener Erkrankungen beitragen. Dies hat zu bahnbrechenden Forschungsergebnissen und daraus resultierenden innovativen Behandlungen (z. B. neue Behandlungen für Leukämie) geführt. Das Verständnis von Schmerzen bei CFS aus epigenetischer Sicht würde ein neues Paradigma für die Entwicklung neuer Strategien zur Schmerzbehandlung darstellen.

Zweck: Es wird angenommen, dass Unterschiede in den Methylierungsmustern des BDNF-Gens bei Patienten mit CFS eine größere Rolle spielen könnten als bei gesunden Kontrollpersonen und dass epigenetische Veränderungen kurzfristig stabil wären.

Methoden: Ein Querschnittsdesign wird festgelegt. Zwanzig Patienten mit eindeutiger CFS-Diagnose, die über anhaltende Schmerzen seit mehr als 6 Monaten berichten, und zwanzig gesunde Kontrollpersonen werden rekrutiert. In die Studie werden ausschließlich Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren einbezogen. HCs werden an die Merkmale der Patienten angepasst (Alter, Geschlecht, BMI, Grad der körperlichen Aktivität). Die Probanden werden einer umfassenden Beurteilung unterzogen, die eine Blutentnahme zur Analyse der Methylierung im BDNF-Gen, Messungen der Kälte-, Hitze- und Schmerzschwellen mithilfe des TSA-II-Geräts (Medoc) sowie Symptomberichte zur Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands, des Grads der körperlichen Aktivität und der körperlichen Aktivität umfasst. Angst, Schmerz, zentrale Sensibilisierung und Schmerzkatastrophisierung. Um die zeitliche Stabilität epigenetischer Veränderungen zu beurteilen, werden die Probanden innerhalb einer Woche zweimal derselben Beurteilung unterzogen. Zwischen den beiden Beurteilungen tragen die Probanden einen Beschleunigungsmesser, sodass wir ein objektives Maß für die körperliche Aktivität der Probanden haben. Basierend auf den Ergebnissen der deskriptiven Statistik werden parametrische oder robuste Statistiken durchgeführt. Die Zwischensubjektanalyse dient dazu, klinische Merkmale, Schmerzschwellen und Muster der BDNF-Methylierung zwischen Patienten und HCs zu vergleichen. Bei der subjektinternen Analyse wird die zeitliche Stabilität der Messungen sowohl bei CFS-Patienten als auch bei Kontrollpersonen untersucht.

Ergebnisse: Die Datenerfassung ist fast abgeschlossen. Die Analyse wird im Januar 2017 durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens im März 2017 vorliegen.

Schlussfolgerung(en): Dies ist eine Pilotstudie zur Rolle von Epigenetcs bei Schmerzen bei CFS-Patienten. Die Beurteilung ist umfassend und umfasst klinische, neurophysiologische und biologische Analysen. Wir glauben, dass diese Studie eine Grundlage für weitere Forschung auf dem Gebiet epigenetischer und chronischer Schmerzen bilden würde.

Implikationen: Bei CFS steckt das Gebiet der Epigenetik noch in den Kinderschuhen. Unsere Studie wird die erste sein, die sich mit epigenetischen Mechanismen für Schmerzen bei CFS-Patienten und anderen chronischen Schmerzzuständen befasst.

Finanzierungshinweise: Diese Studie wurde von der ME Research UK Association finanziert.

Thema: Schmerz & Schmerztherapie

Ethik-Genehmigung: Die Studie wurde von der Ethikkommission der Vrije Universiteit Brussel, Belgien, genehmigt.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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