ERGONOMISCHER STUHL EXPLORATIVE INTERVENTIONSSTUDIE: AUSWIRKUNG AUF MUSKULOSKELETALE FUNKTION, BEHINDERUNG UND PRODUKTIVITÄT DES OBEREN QUADRANTEN BEI COMPUTERARBEITERINNEN

Will MC1, Lou Q.1
1Universität Stellenbosch, Physiotherapie, Kapstadt, Südafrika

Hintergrund: Anhaltende muskuloskelettale Schmerzen und Behinderungen im oberen Quadranten sind bei Computerarbeiterinnen weit verbreitet; sie sind mit einem komplexen Zusammenhang zwischen individuellen, arbeitsbezogenen und psychosozialen Faktoren verbunden. Muskel-Skelett-Dysfunktion des oberen Quadranten wurde mit verminderter Arbeitsleistung in Verbindung gebracht. Obwohl es an Beweisen für einen verstellbaren Bürostuhl für die Dysfunktion und Produktivität des oberen Quadranten von Computerarbeitern mangelt, kann ein verstellbarer Bürostuhl eine Plattform bieten, um die Einrichtung des Computerarbeitsplatzes zu ändern und dadurch einen Einfluss auf die muskuloskelettalen Strukturen des oberen Quadranten zu haben.

Zweck: Das Ziel dieser explorativen Einzelstudie (n=1) war es festzustellen, ob ein verstellbarer ergonomischer Bürostuhl mit einer Verbesserung der selbstberichteten chronischen muskuloskelettalen Dysfunktion des oberen Quadranten und der Arbeitsproduktivität bei Computerarbeiterinnen im Vergleich zu einer weniger verstellbaren Ergonomie verbunden war Bürostuhl.

Methoden: Über einen Zeitraum von 1 Wochen wurden zwei Entzugsstudien (ABACA) an einem Patienten (n = 20) durchgeführt. Danach wurde fünf Monate später eine Follow-up-Phase durchgeführt. Das Ziel eines Single-Subject-Designs ist es, den Verlauf der klinischen Veränderung des Individuums zwischen der Baseline- und der Interventionsphase zu überwachen, wobei die Teilnehmer als ihre eigenen Kontrollen fungieren. Zu den selbstberichteten Ergebnismessungen gehörten: visuelle Analogskala (Messung der Intensität und Häufigkeit von Schmerzen im oberen Quadranten des Bewegungsapparates und Muskelverspannungen), Nackenbehinderungsindex und Fragebogen zur Arbeitsproduktivität und Beeinträchtigung. Da sich diese Studie auf individuelle klinische Veränderungen in einer realen Arbeitsumgebung konzentrierte, ist es angemessener, subjektive Ergebnisse als physiologische Ergebnisse für die muskuloskelettale Dysfunktion des oberen Quadranten zu messen. Die Interventionsstudie und die ergonomischen Placebo-Bürostühle wurden verblindet und jedem Teilnehmer während jeder Interventionsphase nach dem Zufallsprinzip zugewiesen. An den Arbeitsplätzen wurden keine Änderungen vorgenommen, abgesehen von den verstellbaren Merkmalen der ergonomischen Interventions-Bürostühle. Die Daten wurden visuell analysiert, deskriptive Statistiken (Mittelwert und Standardabweichung) wurden auf jeden Teilnehmer pro Phase angewendet.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten eine klinisch bedeutsame kurzfristige Verringerung der von beiden Teilnehmern selbst berichteten Schmerzen im oberen Quadranten und der wahrgenommenen Muskelspannung. Die Ergebnisse eines Teilnehmers zeigten eine klinisch bedeutsame Verringerung der selbstberichteten Nackenbehinderung und Arbeitsbehinderung, die aus einer muskuloskelettalen Dysfunktion des oberen Quadranten resultieren. Die Ausgangswerte des anderen Teilnehmers für diese Endpunkte waren für einen aussagekräftigen Vergleich zu niedrig.

Schlussfolgerung(en): Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass ein höhenverstellbarer ergonomischer Bürostuhl kurzfristig die Muskel-Skelett-Dysfunktion des oberen Quadranten bei zwei Computerarbeiterinnen mit chronischer arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Dysfunktion des oberen Quadranten reduzierte. Die Reduktion der selbstberichteten Schmerzintensität auf der visuellen Analogskala war für beide Teilnehmer während der Studie und der Nachbeobachtungszeit fünf Monate nach Studienende klinisch bedeutsam.

Implikationen: Die Ergebnisse dieser explorativen Studie können als Grundlage für weitere Studien verwendet werden, um größere Stichproben von Computerarbeitern mit stärkeren Arbeitsbeeinträchtigungen in verschiedenen Arbeitsumgebungen und über einen längeren Zeitraum einzubeziehen. Es wird empfohlen, dass zukünftige Forschungen den Zusammenhang zwischen arbeitsbedingter muskuloskelettaler Dysfunktion des oberen Quadranten und verstellbaren Stuhlfunktionen weiter untersuchen sollten. Die Auswirkungen könnten zu zukünftigen Empfehlungen für Computerarbeiter in Bezug auf die Verstellbarkeit von Bürostühlen beitragen, um arbeitsbedingte Funktionsstörungen des oberen Quadranten des Bewegungsapparates zu reduzieren.

Finanzierungshinweise: Die Interventionsstühle wurden von der Harry Crossley Foundation finanziert

Thema: Gesundheit und Ergonomie am Arbeitsplatz

Ethik-Genehmigung: Die Ethikgenehmigung wurde vom Committee for Human Research der Universität Stellenbosch eingeholt.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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