BEWEISE FÜR Assoziationen zwischen zentraler Sensibilisierung und kognitiven Verhaltensfaktoren bei Menschen mit chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen

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Huymans E.1,2, Ickmans K.1,3, Van Dyck D.4, Nijs J.1,3, Gidron Y.5,6, Roussel N.7, Polli A.1, Moens M.5,8,9, Goudman L.8,9, De Kooning M.1,3,7
1Vrije Universiteit Brussel, Abteilung für Physiotherapie, menschliche Physiologie und Anatomie, Fakultät für Sport und Physiotherapie (KIMA), Brüssel (Jette), Belgien, 2Vrije Universiteit Brussel, Department of Public Health (GEWE), Brüssel (Jette), Belgien, 3Universitair Ziekenhuis Brussel, Abteilung für Physikalische Medizin und Physiotherapie, Brüssel (Jette), Belgien, 4Privatpraxis, Tom Cools, Schelle, Belgien, 5Vrije Universiteit Brussel, Zentrum für Neurowissenschaften, Brüssel (Jette), Belgien, 6Vrije Universiteit Brussel, Institut für Pharmakologie und Pharmakokinetik, Brüssel (Jette), Belgien, 7Universiteit Antwerpen, Medizinische Fakultät, Antwerpen (Wilrijk), Belgien, 8Universitair Ziekenhuis Brussel, Abteilung für Neurochirurgie, Brüssel (Jette), Belgien, 9Vrije Universiteit Brussel, Abteilung für manuelle Therapie (MANU), Brüssel (Jette), Belgien

Hintergrund: Chronische unspezifische Schmerzen im unteren Rückenbereich (CLBP) sind ein großes Problem in der heutigen Gesellschaft. Bei bestimmten Patienten mit CLBP kann eine zentrale Sensibilisierung (CS) vorliegen, die ihre Schmerzen und Symptome erklären könnte. (Nijs et al., 2014; Nijs et al., 2015) Es muss noch geklärt werden, warum CS nur bei einigen Patienten mit CLBP vorliegt. Bei Patienten mit CLBP wurde über eine genetische Veranlagung und den Einfluss psychosozialer und kognitiver Verhaltensfaktoren wie depressive Gefühle, Schmerzkatastrophisierung oder Angstvermeidungsverhalten und insbesondere Kinesiophobie berichtet. Diese Faktoren können die zentrale Übererregbarkeit durch die Aktivierung limbischer Gehirnregionen verstärken, was wiederum zu CS beiträgt und diese aufrechterhält. (Roussel et al., 2013; Lloyd et al., 2008)

Zweck: Das erste Ziel war die Analyse der Zusammenhänge zwischen CS-Symptomen und Schmerzverhalten, Funktionsfähigkeit, Schmerzintensität, Krankheitswahrnehmung, Kinesiophobie und Schmerzkatastrophisierung bei Menschen mit CLBP. Zweitens zielte diese Studie darauf ab, die oben genannten Ergebnisse zwischen Patienten zu vergleichen, die klinisch relevante CS-Symptome zeigten oder nicht.

Methoden: In diese Querschnittsstudie wurden Teilnehmer mit CLBP seit mindestens drei Monaten einbezogen. Ergebnismaße waren das Ausmaß der CS-Symptome (Central Sensitization Inventory), Schmerzverhalten (1-minütiger Treppensteigtest), Funktionsfähigkeit (Quebec Back Pain Disability Scale), Schmerzintensität (100-mm-Visuelle Analogskala), Schmerzkatastrophisierung (Pain Catastrophizing Scale), Kinesiophobie (Tampa Scale for Kinesiophobia) und Krankheitswahrnehmung (Brief Illness Perception Questionnaire). Pearson-Korrelationen wurden verwendet, um Zusammenhänge zwischen CS-Symptomen und den übrigen Ergebnissen zu analysieren. Zusätzlich wurde eine Gruppenanalyse durchgeführt, um Patienten mit und ohne klinisch relevante CS-Symptome zu vergleichen.

Ergebnisse: Daten von 38 Probanden wurden analysiert. Es wurden signifikante Zusammenhänge zwischen den Symptomen von CS und allen anderen Ergebnissen festgestellt, insbesondere mit aktuellen Schmerzen (r=0.510; p=0.001), mittleren Schmerzen während der letzten sieben Tage (r=0.505; p=0.001) und Schmerzkatastrophisierung (r=0.518; p=0.001). Patienten mit klinisch relevanten Symptomen von CS (n=12) schnitten bei allen Ergebnissen signifikant schlechter ab als Personen mit weniger Symptomen von CS (n=26), mit Ausnahme der Quebec Back Pain Disability Scale (p=0.128).

Schlussfolgerung(en): Bei Patienten mit chronischen Schmerzen wurden signifikante Zusammenhänge zwischen dem Vorhandensein von CS-Symptomen und Schmerzen, Schmerzverhalten, Funktionsfähigkeit, Schmerzkatastrophisierung, Kinesiophobie und Krankheitswahrnehmung festgestellt. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit den Ergebnissen früherer Studien an verschiedenen chronischen Schmerzpatienten. Eine klinisch relevante Menge an CS-Symptomen war nur in einer Untergruppe der untersuchten Stichprobe vorhanden. Im Allgemeinen schnitten Patienten mit mehr CS-Symptomen bei den Ergebnismessungen deutlich schlechter ab als Patienten mit weniger CS-Symptomen.

Implikationen: Durch die Aufklärung der Beziehung zwischen bestimmten biopsychosozialen Faktoren und CS bei Patienten mit CLBP könnten gezieltere Interventionen in ihre Behandlung integriert werden, was zu besseren Ergebnissen für diese Patientengruppe führen könnte. Einerseits könnten biopsychosoziale Faktoren zum CS-Prozess beitragen, ihn verursachen und aufrechterhalten. Andererseits könnte CS, ob teilweise genetisch bedingt oder erlernt, auch eine treibende Kraft solcher biopsychosozialer Faktoren sein. Diese Studie ist ein erster Versuch, diese Beziehungen und Mechanismen aufzudecken, auf denen größere Studien aufbauen können.

Finanzierungshinweise: Studie finanziert von Nervomatrix Ltd., Israel.
Eva Huysmans ist Doktorandin der Agentur für Innovation durch Wissenschaft und Technologie, Belgien.

Thema: Schmerz & Schmerztherapie

Ethik-Genehmigung: Das Protokoll wurde vom lokalen Ethikkomitee des Universitair Ziekenhuis Brussel/Vrije Universitiet Brussel genehmigt.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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