WIE KÖNNEN NACHBARSCHAFTSUMGEBUNGEN DAS OSTEOARTHRITIS-MANAGEMENT UNTERSTÜTZEN: EINE SCOPING-ÜBERPRÜFUNG

J. Bowden1,2, D. Jäger1,2, Y.Feng1
1The University of Sydney, Institute of Bone and Joint Research, Kolling Institute, Sydney, Australien, 2Royal North Shore Hospital, Abteilung für Rheumatologie, Sydney, Australien

Hintergrund: Die Gesundheit unserer Gemeinschaften wird durch wechselnde Einflüsse geprägt, die sich aus dem persönlichen, sozialen, baulichen und wirtschaftlichen Umfeld ergeben. Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und gebauter Umwelt ist seit langem bekannt, doch das Potenzial der Nutzung der Nachbarschaft zur Unterstützung der Behandlung von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Osteoarthritis (OA) wird häufig übersehen. OA ist international eine der Hauptursachen für Schmerzen und Behinderungen und wird üblicherweise von Physiotherapeuten und anderen Hausärzten behandelt. Empfohlene First-Line-Behandlungen für OA konzentrieren sich auf strukturiertes Training, körperliche Aktivität und Gewichtsmanagement sowie Unterstützung für das Selbstmanagement. Die Inanspruchnahme dieser Interventionen ist jedoch noch gering, und der übermäßige Einsatz unnötiger, ineffektiver oder teurer Interventionen hält an. Es werden neue und innovative Wege benötigt, um die Unterstützung für diese Interventionen zu fördern und Hindernisse für die Aufnahme zu beseitigen. Die Erforschung von Möglichkeiten, die gebaute Umgebung der Nachbarschaft zu integrieren, ist eine Option.

Zweck: Um die vorhandene Literatur zu synthetisieren, die untersucht, wie nachbarschaftliche Umgebungen das OA-Selbstmanagement unterstützen können, indem sie auf physische, psychologische und soziale Gesundheitsaspekte abzielen.

Methoden: Eine Literaturrecherche zwischen 2000-2019 wurde in fünf Datenbanken unter Verwendung einer Scoping-Methodik durchgeführt. Literatur, die den Einfluss von Nachbarschaftsgebäuden auf die physische und psychische Gesundheit und andere Ergebnisse (z. B. Lebensqualität, Teilhabe am Gemeinwesen) bei Menschen mit OA, gemischter oder nicht näher bezeichneter Arthritis untersucht, wurde von zwei Gutachtern gesichtet. Die Ergebnisse wurden sieben vordefinierten Bereichen aus dem Healthy Cities Framework der Weltgesundheitsorganisation zugeordnet. Unterdomänen und Themen wurden weiter synthetisiert.

Ergebnisse: Siebenundzwanzig Studien wurden über die sieben Domänen und 23 Unterdomänen hinweg kartiert. Die am häufigsten untersuchten Bereiche waren gesunde Stadtgestaltung und Lebensqualität (n=14 Studien); gesunde Fortbewegung und aktives Leben (n=16); Sicherheit und Schutz (n=19); und alters- und fähigkeitsfreundliches Design (n=19). Zugang zu Grünflächen (n=7); Lokale Gesundheitsdienste (n=2) und gesunde Ernährung (n=1) wurden weniger untersucht. Wir haben 6 Schlüsselergebnisse in Bezug auf körperliche Aktivität, Lebensqualität, Teilhabe an der Gemeinschaft, Ressourcennutzung, psychische Gesundheit und andere körperliche Gesundheit identifiziert. Die Erleichterung körperlicher Aktivität und die Bedeutung der Zugänglichkeit waren die am häufigsten untersuchten Themen, obwohl alle Studien das Potenzial angemessener gebauter Umgebungen zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung des Selbstmanagements von OA betonten. Bemerkenswerte Forschungslücken waren der lokale Zugang zu gesunder Nahrung und das Potenzial gut gestalteter Nachbarschaften, Schlaf, Schmerzbewältigung, soziale Isolation und psychische Gesundheit zu beeinflussen.

Schlussfolgerung(en): Diese Überprüfung hebt das Potenzial einer besseren Nutzung der gebauten Umgebung hervor, um das OA-Management zu unterstützen und viele verschiedene gesundheitliche Folgen anzugehen. Das Verständnis der Auswirkungen unterschiedlicher gebauter Umgebungen ist der erste Schritt, und jetzt müssen neue und neuartige Wege zur Nutzung der Nachbarschaft entwickelt werden. Die Umsetzung von Strategien und öffentlichen Richtlinien auf Nachbarschaftsebene kann ein praktikablerer Weg sein, um eine weitere Zunahme der OA-Epidemie einzudämmen, als nur einzelne Faktoren anzugehen.

Implikationen: Die in diesen Studien vorgestellten Verbraucherperspektiven können Gesundheitsdienstleister dabei unterstützen, das OA-Management sowohl auf den Einzelnen als auch auf seine Nachbarschaft zuzuschneiden. Diskussionen über geeignete Übungsorte und die Berücksichtigung von Nachbarschaftsmerkmalen als Teil des Behandlungsplanungsprozesses sind ein Beispiel. Diskussionen über geeignete Wanderrouten auf der Grundlage lokaler Gehprüfungen oder die Betonung der geistigen und körperlichen Vorteile des Aufenthalts im Freien sind eine andere.

Finanzierung, Danksagungen: Diese Forschung erhielt keine spezifische Förderung von irgendeiner Förderagentur. DJH wird von einem NHMRC Investigator Grant unterstützt.

Stichwort: Arthrose, gebaute Umwelt, Nachbarschaften

Thema: Muskuloskelettale

War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? Nein
Institution: N/A
Ausschuss: N/A
Begründung: Diese Arbeit ist ein Scoping Review bestehender Studien


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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