DIE PERSPEKTIVE DER MALTESISCHEN VERSICHERUNGEN ZU DIREKTZUGRIFFSMASSNAHMEN INNERHALB DER PHYSIOTHERAPIE PRIVATER KRANKENVERSICHERUNGEN

Azzopardi A1, Busuttil ML2
1Universität Malta, Physiotherapie, Msida, Malta, 2Behörde für Sozialstandards, Aufsichtsbehörde, Valleta, Malta

Hintergrund: Der Weltverband für Physiotherapie (2013) beschreibt Selbstüberweisung als die Möglichkeit des Klienten, ohne Überweisungsschein auf Physiotherapie zuzugreifen. Studien zeigen, dass dies vom direkten Zugriff abhängt, der wiederum von zahlreichen Faktoren abhängt, was zur Hauptforschungsfrage führte; „Wie stehen die maltesischen Krankenkassen zu direkten Zugangsmaßnahmen zu privaten physiotherapeutischen Leistungen?“

Zweck: Ziel dieser Studie ist es, die Perspektive der Krankenkassen auf den Berufsstand Physiotherapie zu erfassen und den direkten Zugang zur Physiotherapie in Abhängigkeit von aktuellen Strukturen und Verfahren der Kostenerstattung durch die Krankenkassen zu analysieren.

Methoden: An dem Forschungsprojekt nahm die gesamte Grundgesamtheit (n=6) der privaten Krankenversicherungen teil. Ein selbst entworfenes, strukturiertes Interview mit offenen Fragen wurde entwickelt, pilotiert und eingesetzt. Die Inhalte des Recherchetools wurden aus den Policen der Krankenkassen der maltesischen Krankenkassen entwickelt.

Ergebnisse: Eine Rücklaufquote von 100 % wurde erreicht. Die Hauptthemen, die sich aus den Ergebnissen der thematischen Analyse ergaben (Braun und Clarke, 2006), waren: Bedingungen in Krankenversicherungen, Professionalität und Anforderungen an Krankenversicherungspolicen. Die Ergebnisse stellten die verschiedenen Einschränkungen dar, die für die Erstattung von Physiotherapieleistungen durch private Krankenversicherungsunternehmen in Malta bestehen, nämlich;
1) den erforderlichen Überweisungsschein und andere Unterlagen,
2) das Fehlen von Informationen über die Basissätze für eine Physiotherapiesitzung,
3) die Jahrespakete,
4) die mit der Erstattung verbundenen Verwaltungs- und Abwicklungsmaßnahmen,
5) der Umstand, dass Physiotherapie unter komplementäre/alternative Eingriffe oder als ambulante Leistung aufgeführt wurde, was möglicherweise das Verweisungsverbot erklären könnte und
6) erstattungsfähige Ausgaben, die nicht einmal erstattet werden. Dies ist die Situation, in der die finanziellen Bedürfnisse der Dienstnutzer nicht erfüllt oder befriedigt werden.
Darüber hinaus fehlt die Förderung physiotherapeutischer Leistungen.

Schlussfolgerung(en): Abschließend wird empfohlen, dass in Zukunft verschiedene Forschungsstudien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene durchgeführt werden sollten, mit dem Hauptforschungszweck, die Maßnahmen des direkten Zugangs zu untersuchen, die sich auf die Erstattungsmethoden von privaten Krankenversicherungen auswirken.

Implikationen: Diese Studie könnte als Sprungbrett für eingehendere Forschungen auf internationaler Ebene dienen, um die in dieser Studie hervorgehobenen Themen weiter zu untersuchen. Zukünftige Studien sollten darauf abzielen, die Kosten von selbstüberwiesenen Episoden bei Versicherungsunternehmen zu bewerten, da dies einen klaren Hinweis auf die Kosteneffektivität von selbstüberwiesenen Episoden für Physiotherapeuten geben wird. Diese Untersuchung hat einige politische Lücken identifiziert, die angegangen werden müssen, um die Mitgliedsorganisationen des WCPT bei ihren Lobbymaßnahmen zur Verbesserung der Krankenversicherungspakete zu unterstützen. Diese Studie skizziert auch die Notwendigkeit, die Erstattungsmethoden für Physiotherapieleistungen, die von privaten Krankenversicherungsunternehmen angenommen werden, besser zu verstehen, wobei dieses Projekt international durch die Beteiligung von WCPT und Mitgliedsorganisationen umgesetzt werden könnte, die eine wichtige Rolle bei der Zusammenstellung der nationalen Krankenversicherungsdaten spielen könnten.

Stichwort: Direkteinstieg, Physiotherapie, Krankenkassen

Finanzierungshinweise: Keine, da es sich um eine in Teilerfüllung eingereichte Dissertation für den Bachelor of Science (Honours) in Physiotherapy handelt

Thema: Berufliche Probleme

Ethikgenehmigung erforderlich: Ja
Institution: Fakultät für Gesundheitswissenschaften
Ethikkommission: Ethikkommission für Universitätsforschung – Universität Malta
Ethiknummer: 068/2017


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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