MULTI-CHANNEL FUNCTIONAL ELECTRICAL STIMULATION UNTERSTÜTZTES GANGTRAINING IN DER REHABILITATION DES FRÜHSCHLAGS: EINE RANDOMISIERTE KONTROLLIERTE PILOTVERSUCHUNG

M. van Bloemendaal1,2, SA-Bus2, F. Nollet2, ACH Geurts3, A. Beelen1,2,4
1Merem Medical Rehabilitation, Hilversum, Niederlande, 2Amsterdam UMC, Universität Amsterdam, Institut für Rehabilitation, Amsterdam Movement Sciences, Amsterdam, Niederlande, 3Radboud University Medical Centre, Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, Department of Rehabilitation, Nijmegen, Niederlande, 4Exzellenzzentrum für Rehabilitationsmedizin, Abteilung für Rehabilitation, Physiotherapie, Wissenschaft und Sport, UMC Utrecht Brain Centre, Universitätsklinikum Utrecht und De Hoogstraat Rehabilitation, Utrecht, Niederlande

Hintergrund: Viele Menschen nach einem Schlaganfall weisen aufgrund einer Beinmuskelparese ein asymmetrisches Gangbild auf. Asymmetrie birgt das Risiko einer Überlastung des Rumpfes und der nicht paretischen Seite und ist mit eingeschränkter Ganganpassungsfähigkeit, erhöhtem Sturzrisiko und Energiekosten sowie verringerter körperlicher Aktivität verbunden. Interventionen, die auf die Asymmetrie früh nach einem Schlaganfall abzielen, können die Erholung des Gehens verbessern. Die funktionelle Mehrkanal-Elektrostimulation (MFES) kann eine wertvolle neue Technik zur Verbesserung der Gangsymmetrie sein, indem sie die Aktivierung spezifischer paretischer Beinmuskeln unterstützt.

Zweck: Der Zweck dieser randomisierten kontrollierten Pilotstudie bestand darin, die Machbarkeit und vorläufige Wirksamkeit eines bis zu 10-wöchigen Gangtrainings mit MFES-Unterstützung (MFES-Gangtraining) zu bestimmen, das auf den N. peroneus und den Kniebeuger oder -streckmuskel auf die Wiederherstellung der räumlich-zeitlichen Gangsymmetrie angewendet wird und Gehfähigkeit bei Patienten ab der subakuten Phase nach einem Schlaganfall.

Methoden: Wir randomisierten 40 Teilnehmer (≤31 Tage nach Schlaganfall) aus einem niederländischen Rehabilitationszentrum zu MFES-Gangtraining (Experimentalgruppe) oder konventionellem Gangtraining (Kontrollgruppe). Das Gangtraining wurde während der stationären Rehabilitation werktags in 30-minütigen Sitzungen durchgeführt. Adhärenz (≥ 75 % Sitzungen) und Zufriedenheit mit dem Gangtraining (Score ≥ 7 von 10) wurden verwendet, um die Durchführbarkeit zu bestimmen. Als primärer Endpunkt für die Wirksamkeit wurde die Schrittlängensymmetrie verwendet. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten andere raumzeitliche Gangparameter (Schrittzeitsymmetrie, einbeinige Standzeitsymmetrie, Schrittlänge und Schrittzeit für barfüßige und beschlagene Bedingungen) und die Gehfähigkeit (funktionelle Ganganalyse und 10-Meter-Gehtest). Lineare gemischte Modelle schätzten den Behandlungseffekt nach der Intervention und bei der Nachbeobachtung nach 3 Monaten.

Ergebnisse: 19 Teilnehmer schlossen das Studienprotokoll ab, davon 90 Teilnehmer in der Versuchsgruppe. Die Durchführbarkeit wurde durch gute Adhärenz (75 % der Teilnehmer besuchten ≥ 8 % Sitzungen) und Teilnehmerzufriedenheit (Medianwert XNUMX) bestätigt. Beide Gruppen verbesserten sich im Laufe der Zeit bei allen Ergebnissen. Für keinen Endpunkt wurden signifikante Gruppenunterschiede in der Genesung gefunden.

Schlussfolgerung(en): MFES-Gangtraining ist in der Frührehabilitation nach Schlaganfall machbar, aber dieses Pilotprojekt zeigte keine vorteilhaften Effekte gegenüber konventionellem Gangtraining im Hinblick auf die Verbesserung der Schrittlängensymmetrie, anderer raumzeitlicher Gangparameter oder der Gehfähigkeit.

Implikationen: Da das MFES-Gangtraining in der klinischen Praxis durchführbar ist und ebenso effektiv erscheint wie andere Interventionen, kann es Teil des Arsenals an Gangtrainingsinterventionen sein. Es muss jedoch erkannt werden, dass die MFES-Anwendung zeitaufwändig und teuer ist. Zusätzliche Vorteile wie eine Erhöhung der Trainingsintensität, wenn eine Person in der Lage ist, (halb-)unabhängig zu trainieren, sollten untersucht werden.

Finanzierung, Danksagungen: Diese Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Stiftung „Stichting Vrienden van Merem“, Amsterdam, Niederlande.

Stichwort: Schlaganfall, Elektrostimulation, Gang

Thema: Neurologie: Schlaganfall

War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? ja
Institution: Medizinische Zentren der Universität Amsterdam
Kommission: Medizinische Ethikkommission des Akademischen Medizinischen Zentrums
Ethiknummer: NL50002.018.14


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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