Schmerz - posttraumatisch (FS-12)

ÜBERLEBENDE VON FOLTER UND TRAUMA: DIE ANWENDUNG MODERNER SCHMERZWISSENSCHAFTEN

Glücksspiel A1, Dee J2, Jacobsen LJ3, Karrer AM4, Kibet JJ5
1Das Zentrum für Folteropfer, Amman, Jordanien, 2University of Vermont, College of Nursing and Health Sciences, Department of Rehabilitation and Movement Science, Burlington, USA, 3Würde - Dänisches Institut gegen Folter, Rehabilitationsabteilung, Familienteam, Kopenhagen, Dänemark, 4Würde - Dänisches Institut gegen Folter, Rehabilitationsabteilung, Kopenhagen, Dänemark, 5Das Zentrum für Folteropfer, Nairobi, Kenia

Lernziele

  1. Diskutieren Sie die Anwendung der modernen Schmerzwissenschaft bei der Behandlung physischer und psychischer Auswirkungen von Folter und Trauma.
  2. Beschreiben Sie evidenzbasierte und Trauma-informierte Interventionen, die die funktionelle Unabhängigkeit für Überlebende von Folter und Trauma verbessern.
  3. Reflektieren Sie die einzigartigen kulturellen, psychologischen und sozialen Kontexte, die die physiotherapeutische Versorgung von Überlebenden von Folter und Trauma beeinflussen.

Beschreibung

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat mindestens 13 Millionen Flüchtlinge oder Menschen registriert, die aus Angst vor Verfolgung das Land ihrer Staatsangehörigkeit verlassen haben.1 Eine vorsichtige Schätzung zeigt, dass 30 bis 45 Prozent dieser Personen Folter- oder Traumaüberlebende sind, die später physische und psychische Beeinträchtigungen erleiden.2 Zu den körperlichen Beeinträchtigungen zählen chronische muskuloskelettale Schmerzen sowie Beeinträchtigungen der Körperwahrnehmung, der Sensorik und der Selbstregulation.3,4,5,6,7 Psychische Dysfunktion, einschließlich posttraumatischer Belastungsstörung, Major Depression und Angststörungen, trägt zu größeren körperlichen Beeinträchtigungen und Aktivitätseinschränkungen bei.7,8 Eine Umfrage ergab, dass die Bereitstellung von Physiotherapie für diese Bevölkerungsgruppe weltweit begrenzt ist.9 Das komplexe Bild chronischer Schmerzen in Verbindung mit psychischen Symptomen erfordert von Physiotherapeuten die Anwendung moderner Schmerzwissenschaft innerhalb eines trauma-informierten Behandlungsmodells. Daher wird dieses Symposium evidenzbasierte Interventionen zur Behandlung chronischer Schmerzen und damit verbundener Aktivitätseinschränkungen erörtern und dabei den einzigartigen psychologischen, sozialen und kulturellen Kontext der Behandlung berücksichtigen. Die Referenten werden eine internationale Perspektive darstellen, indem sie kultursensible Interventionen für eine Vielzahl von Bevölkerungsgruppen aus Ländern mit niedrigem und hohem Einkommen diskutieren.

Kibet und Dee werden die Beweise für die Anwendung der modernen Schmerzwissenschaft bei der Behandlung dieser Patientengruppe beschreiben, einschließlich einer Erörterung der zentralen Sensibilisierung und Schmerzaufklärung. Kibet wird eine Studie vorstellen, die die Auswirkungen einer körperlichen Aktivitätsintervention auf chronische Schmerzen bei Flüchtlingen in Kenia untersucht. Dee wird einen Versuch beschreiben, der die Auswirkungen von Bewegung, Schmerzaufklärung und abgestufter Bewegungsvorstellung untersucht, die mit Personen aus Somalia, Sudan und Bhutan durchgeführt wurde. Drittens wird Karrer die Auswirkungen der Basic Body Awareness Therapy (B-BAT) auf Schmerz und Angst bei Folterüberlebenden aus Ländern des Nahen Ostens vorstellen, die nach Dänemark umgesiedelt wurden. Der letzte Redner, Jacobsen, wird sich auch auf die Bevölkerung in Dänemark konzentrieren, um die Anwendung des biopsychosozialen Modells bei der Behandlung von Kindern und Erwachsenen zu beschreiben. Sie wird die Ergebnisse einer Studie vorstellen, die die Rolle des Physiotherapeuten in einem interdisziplinären Team untersucht, das daran arbeitet, chronische Schmerzen und psychische Symptome in Familien anzugehen. Diese zusammenhängende Präsentation wird aktuelle Erkenntnisse in praktische Ansätze übersetzen, um die komplexen Bedürfnisse von Überlebenden von Folter und Trauma auf der ganzen Welt effektiv anzugehen.

Implikationen / Schlussfolgerungen

Dieses Symposium wird die Anwendung der modernen Schmerzwissenschaft in evidenzbasierten und Trauma-informierten Interventionen zur Wiederherstellung der Funktion bei Überlebenden von Folter und Trauma erörtern. Es wird aktuelle Erkenntnisse durch die Diskussion mehrerer Studien in verschiedenen globalen Kulturen in die klinische Praxis übersetzen.

Stichwörter

  1. Chronische Schmerzen
  2. Folter
  3. Trauma

Finanzierungsbestätigungen

Unzutreffend

Relevanz für die Physiotherapie weltweit

Die Zahl der Menschen, die Folter und Traumata überleben, nimmt weltweit zu. Eine Grundsatzerklärung des WCPT weist darauf hin, dass alle Physiotherapeuten über Kenntnisse in der Behandlung dieser speziellen Patientengruppe verfügen. Diese Sitzung vermittelt den Teilnehmern Wissen über die evidenzbasierte Anwendung der modernen Schmerzwissenschaft in Trauma-informierten Interventionen für Überlebende von Folter und Trauma. Es wird Beweise in die klinische Praxis übersetzen und gleichzeitig eine Vielzahl kultureller, sozialer und psychologischer Kontexte diskutieren.

Zielgruppe

Dieses Symposium ist relevant für Physiotherapeuten, Forscher und Pädagogen, die moderne Schmerzwissenschaft auf die Behandlung von Personen anwenden, die Folter oder Traumata erlebt haben.

 

Programmänderungen vorbehalten

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