PHYSIOTHERAPEUTEN HABEN EINE IMPLIZITE VORAUSSETZUNG, DAS BIEGEN UND HEBEN MIT EINEM RUNDEN RÜCKEN ALS GEFÄHRLICH ZU BEGINNEN

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Caneiro JP1,2, O’Sullivan P.1,2, Schmidt A.1, Ovrebekk IR1, Tozer L.1, Williams M.1,2, Teng ML1, Lippe OV3
1Curtin University, School of Physiotherapy and Exercise Science, Perth, Australien, 2Body Logic Physiotherapie-Klinik, Perth, Australien, 3Curtin University, Schule für Psychologie und Sprachpathologie, Perth, Australien

Hintergrund: Anhaltende Schmerzen im unteren Rückenbereich (PLBP) sind weltweit nach wie vor ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit. Überzeugungen und Einstellungen zum Schmerz sind wichtige Prädiktoren für eine PLBP-Behinderung. Bei Menschen mit PLBP herrscht häufig die Überzeugung vor, dass der Rücken leicht geschädigt werden kann, schwer zu rehabilitieren ist und vor Bücken und Heben geschützt werden muss. Ein häufiges Beispiel ist, dass der Rücken bei Beugung anfällig für Verletzungen ist, obwohl es keine klaren Beweise gibt, die diese Annahmen stützen. Darüber hinaus sind angstbezogene Überzeugungen rund um Kreuzschmerzen auch unter Ärzten (HCPs) weit verbreitet. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Überzeugungen von Angehörigen der Gesundheitsberufe die Überzeugungen ihrer Patienten stark beeinflussen, was zu Vermeidungsverhalten führen oder dieses verstärken kann.
Überzeugungen und Einstellungen können durch explizite und implizite Maßnahmen bewertet werden. Explizite Maßnahmen erfordern bewusstes Bewusstsein und Reflexion und sind anfällig für Vorurteile bei der Selbstberichterstattung. Implizite Kennzahlen werden jedoch aufgrund der kürzeren Zeit für die Selbstbeobachtung automatischer angezeigt. Während in mehreren Studien die Ansichten von Gesundheitsdienstleistern zum Kreuzheben untersucht wurden, hat unseres Wissens nach keine Studie die impliziten Einstellungen von Physiotherapeuten untersucht, die sich speziell auf das Vorwärtsbeugen und Heben beziehen.

Zweck: Ziel war es, implizite Einstellungen von Physiotherapeuten in Bezug auf die wahrgenommene Gefahr des Beugens und Hebens mit rundem Rücken (im Vergleich zum geraden Rücken) zu untersuchen und zu beurteilen, ob diese Einstellungen mit expliziten Überzeugungen korrelieren.

Methoden: An dieser Studie nahmen 25 (XNUMX männliche) Physiotherapeuten für den Bewegungsapparat teil. Explizite Überzeugungen wurden anhand von Selbstberichtsmaßen zu Angstvermeidung (TSK-HC), Überzeugungen zu Rückenschmerzen (BPAQ) und expliziter Überzeugung über das Beugen mit rundem Rücken (EBB) bewertet. Ein impliziter Assoziationstest (IAT) wurde verwendet, um implizite Einstellungen zum Beugen und Heben mit rundem Rücken (im Vergleich zum geraden Rücken) als sicher oder gefährlich einzuschätzen. Korrelationen zwischen Ergebnismaßen wurden mithilfe der Korrelationsanalyse von Pearson oder Spearman Rho untersucht.

Ergebnisse: Die IAT-Ergebnisse zeigten insgesamt eine implizite Tendenz zum Beugen und Heben, wobei ein Rückwärtsdrehen gefährlich war (μ = 0.213, p = 003, KI: 075–350). Im Gegensatz dazu gaben nur 29,8 % der Teilnehmer an, dass das Biegen mit einem runden Rücken gefährlich sei (EBB), 21,3 % zeigten angstvermeidende Überzeugungen (TSK-HC) und im Durchschnitt zeigte die Gruppe positive Rückenüberzeugungen an durch den BPAQ-Score (μ = 29.7, SD= 15.7). Es gab keine signifikante Korrelation zwischen dem IAT und dem TSK-HC (p=.658, r=.066) oder dem BPAQ (p=.058, r=-.279). Das EBB korrelierte signifikant mit IAT (p=.006, r=.392), TSK-HC (p≤.001, r=.481) und BPAQ (p≤.001, r=-.619). Es gab auch signifikante Korrelationen zwischen TSK-HC und BPAQ (p≤.001, r=-.597).

Schlussfolgerung(en): Diese Gruppe von Physiotherapeuten zeigte eine negative implizite Voreingenommenheit gegenüber Bücken und Heben mit rundem Rücken (im Vergleich zu geradem Rücken) als gefährlich und war ausdrücklich davon überzeugt, dass Bücken mit rundem Rücken sicher ist. Implizite Einstellungen zum Bücken und Heben korrelierten mäßig mit der expliziten Überzeugung über das Bücken, korrelierten jedoch nicht mit den Überzeugungen zur Angstvermeidung oder zu Rückenschmerzen.

Implikationen: In Anbetracht der Tatsache, dass implizite Einstellungen das Verhalten beeinflussen, können unsere Erkenntnisse, dass Physiotherapeuten eine stärkere implizite Einstellung gegenüber Bücken und Heben mit rundem Rücken als gefährlich zeigten, ein Hinweis auf ihr klinisches Verhalten in Bezug auf diese Aufgaben sein. Zukünftige Studien, die untersuchen, ob eine implizite Einstellung mit dem klinischen Verhalten des Physiotherapeuten in Bezug auf Ratschläge zum Beugen und Heben zusammenhängt, könnten gerechtfertigt sein.

Finanzierungshinweise: JP Caneiro wird durch Stipendien der Australian Postgraduate Awards (APA) und der Curtin University Postgraduate (CUPS) unterstützt.

Thema: Berufspraxis: andere

Ethik-Genehmigung: Das Studienprotokoll wurde vom Health Science Human Research Ethics Committee der Curtin University genehmigt (Genehmigungsnummer: HRE2016-0192).


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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