RISIKOFAKTOREN VON SCHMERZEN BEI BRUSTKREBSÜBERLEBENDEN: EINE SYSTEMATISCHE ÜBERPRÜFUNG UND META-ANALYSEN

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Leysen L.1, Adriaenssens N.1, Nijs J.1, Pass R.1, Bilterys T.1, Vermeir S.1, Beckwee D.1
1Vriije Universiteit Brussel, Physiotherapie, Brüssel, Belgien

Hintergrund: Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste tödliche bösartige Erkrankung bei Frauen. Mit den steigenden Inzidenzzahlen und der gesunkenen Sterblichkeitsrate aufgrund verbesserter Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen hat die Zahl der Überlebenden von Brustkrebs zugenommen. Folglich gewinnen Folgeerscheinungen und Komplikationen wie Schmerzen nach Brustkrebs immer mehr an Bedeutung. Die Identifizierung von Risikofaktoren für die Entstehung von Schmerzen bei Brustkrebsüberlebenden kann zur Verbesserung von Präventions- und Behandlungsstrategien hilfreich sein.

Zweck: Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, Risikofaktoren für Schmerzen bei Brustkrebsüberlebenden systematisch, transparent und reproduzierbar mit strengen Auswahlkriterien zu identifizieren und Metaanalysen durchzuführen.

Methoden: Eine systematische Literaturrecherche, basierend auf den PRISMA-Leitlinien, wurde in den Datenbanken PubMed und Web of Science durchgeführt, um relevante Publikationen im Zeitraum von 1990 bis 2015 zu Schmerzen bei Krebsüberlebenden zu identifizieren. Studien wurden eingeschlossen, wenn sie die Daten zur Bestimmung von Risikofaktoren lieferten und wenn die Probanden Krebsüberlebende waren, mindestens sechs Monate nach der Behandlung (mit Ausnahme der Hormontherapie) und ohne Rezidiv oder Metastasierung. Die Daten wurden von 3 Autoren mit einem selbst erstellten Extraktionsformular extrahiert. Für die in mehr als einem Artikel beschriebenen Risikofaktoren wurden Metaanalysen durchgeführt. Die Heterogenität der Effektschätzer zwischen den Studien wurde untersucht und bei hoher Heterogenität eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt.

Ergebnisse: 12 Studien wurden als geeignet befunden und über 40 Faktoren wurden untersucht. Für 13 Faktoren wurde eine Metaanalyse durchgeführt. Ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, chronische Schmerzen zu entwickeln, wurde für die folgenden Faktoren festgestellt: Alter (Gesamt-OR: 0.61, 95 %-KI 0.44–0.86, p = 0.004), BMI (Gesamt-OR: 1.42, 95 %-KI 1.13–1.77, p = 0.002), Aufklärung (Gesamt-OR: 1.27, 95 %-KI 1.10–1.47, p = 0.001), Lymphödem (Gesamt-OR: 2.58, 95 %-KI 1.93–3.46, p 0.00001), Axilladissektion (Gesamt-OR: 1.27, 95 %-KI 1.10–1.47, p = 0.001), Chemotherapie (Gesamt-OR: 1.54, 95 %-KI 1.15–2.06, p = 0.004), Hormontherapie (Gesamt-OR: 1.35, 95 %-KI 1.17–1.56, p 0.0001), und Strahlentherapie (Gesamt-OR: 1.39, 95 %-KI 1.12–1.72, p = 0.003). Für die folgenden Faktoren wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt: Alter, BMI, Strahlentherapie und Mastektomie vs. brusterhaltende Operation. Danach blieben das Alter (50–55), der BMI (> 30) und die Strahlentherapie wesentliche Risikofaktoren.

Schlussfolgerung(en): Alter 50–55, BMI > 30, Ausbildung 12–13 Jahre, Lymphödem, Axilladissektion, Chemotherapie, Hormontherapie und Strahlentherapie sind nachweislich signifikant mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung chronischer Schmerzen bei Brustkrebsüberlebenden verbunden, darunter Lymphödeme der größte Risikofaktor.

Implikationen: Da ein großer Teil der Krebsüberlebenden noch lange nach Ende der Behandlung mit Schmerzen konfrontiert ist, sollte man sich der möglichen Risikofaktoren für die Entwicklung dieser chronischen Schmerzen bewusst sein, um die bestmögliche Versorgung und Früherkennung für das Überleben zu gewährleisten.

Finanzierungshinweise: Diese Untersuchung wurde von keiner Förderungsagentur im öffentlichen, kommerziellen oder gemeinnützigen Sektor finanziell gefördert.

Thema: Onkologie, HIV & Palliativmedizin

Ethik-Genehmigung: Für die Durchführung dieser systematischen Überprüfung war keine Ethikgenehmigung erforderlich.


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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