„SICHER BLEIBEN“ – DIE NOTWENDIGKEIT EINES INTEGRIERTEN, MEHRDIMENSIONALEN MODELLS ZUR STURZPRÄVENTION BEI MENSCHEN MIT PARKINSON – „PDSAFE“

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Hülbert S.1, Aschburn A.1, Goodwin V.2, Chivers-Seymour K.1, Robert H.3, Fitton C.1, Nieuwboer A.4, Rochester L.5
1University of Southampton, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Southampton, Vereinigtes Königreich, 2University of Exeter, NIHR CLAHRC South West Peninsula, Exeter, Vereinigtes Königreich, 3University of Southampton, Medizinische Fakultät, Southampton, Vereinigtes Königreich, 4Universität Leuven, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Leuven, Belgien, 5Newcastle University, Clinical Ageing Research Unit, Newcastle, Vereinigtes Königreich

Hintergrund: Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Bewegungsstörung, die 1 von 500 der Bevölkerung betrifft, mit schätzungsweise 10 Millionen Fällen weltweit.
Stürze sind eine der am stärksten behindernden Folgen von Parkinson. 40-70 % der Menschen mit Parkinson (PmP) stürzen jedes Jahr und ein Drittel stürzt wiederholt. Diese Zahlen sind doppelt so hoch wie die für vergleichbare ältere Bevölkerungsgruppen.
Parkinson manifestiert sich in einem Spektrum von motorischen und nicht-motorischen Symptomen, wobei die derzeitige medizinische Behandlung nur minimale Auswirkungen auf die Verringerung von Stürzen oder Risikofaktoren wie Defizite in Gang, Kraft und Haltungsinstabilität zeigt. Trotz erheblicher Evidenz auf moderatem Niveau und positiver Ergebnisse aus Metaanalysen zur Unterstützung der Rehabilitation zur Reduzierung von Sturzrisikofaktoren bei PmP bleibt die Wirksamkeit bei der Reduzierung der Sturzrate ergebnislos.

Zweck: Das Ziel ist,
1) die aktuelle Evidenzbasis und konzeptionelle Modelle der Sturzrehabilitation bei Parkinson synthetisieren; Und
2) stellen Sie das Behandlungsprotokoll vor, das in der multizentrischen klinischen Studie „PDSAFE“ zur Sturzprävention verwendet wurde, und diskutieren Sie die physiologischen Grundlagen.

Methoden: Vier bibliografische Datenbanken wurden von 1990 – 2016 mit den Suchbegriffen „Parkinson*, Rehabilitat*, Fall*, Balance*, Strength*, Strategy*and Exercis*“ durchsucht. Alle Artikel, die die Rehabilitation bei Parkinson untersuchten, wurden ausgewählt und dann nach Titel und Abstract sowie Zitierprüfung verfeinert. Aufgrund der heterogenen Natur der Studien wurden die Ergebnisse verwendet, um eine narrative Übersicht mit konzeptioneller Diskussion zu erstellen, die zur Präsentation des „PDsafe“-Interventionsprotokolls führte.

Ergebnisse: 1452 Artikel werden zunächst begutachtet, 398 nach Titel und Abstract und weitere 4 nach Zitat ausgewählt. Die Mehrheit der Studien berichtet über die Auswirkungen der Rehabilitation auf Risikofaktoren für einzelne Stürze, wobei sieben die Auswirkungen auf die Gesamtsturzhäufigkeit messen. Die Ergebnisse werden unterteilt in vier Studien, die eine signifikante Verringerung der Sturzrate zeigen, und drei, die keinen statistisch signifikanten Unterschied zeigen. Die Studien sind vielfältig in Bezug auf Population, Methodik, Intervention und klinische Anwendung. Die Ergebnisse der Überprüfung unterstreichen, dass Behandlungsmodelle mit mehreren Modellen, die alle Komponenten der „Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit“ berücksichtigen, im Vergleich zu Einzelfaktor-Behandlungsmodellen im Zusammenhang mit isolierten Beeinträchtigungen bei der Reduzierung der Gesamtsturzrate vorteilhaft sein können. Schlüsselfaktoren, die zur Wirksamkeit solcher Interventionen beitragen, sind beispielsweise: - Adhärenz, Motivation und Intensität werden identifiziert. Die „PDSAFE“-Intervention ist ein multimodales, von Physiotherapeuten durchgeführtes, individuell zugeschnittenes und progressives Heimprogramm, das derzeit in einer großen (n = 541) multizentrischen, einfach verblindeten, randomisierten Kontrollstudie getestet wird (Ergebnisse verfügbar im September 2017).

Schlussfolgerung(en): Die Beweise deuten darauf hin, dass das reine Training einzelner Sturzrisikofaktoren keine Auswirkung auf die Gesamthäufigkeit von Stürzen hat und ein potenzieller Mechanismus dafür sein kann, dass Änderungen der Sturzrate in der früheren Literatur nicht gezeigt werden. Das Training einzelner Risikofaktoren zusammen mit Verhaltens- und Strategietraining in einem funktionalen, personalisierten multimodalen Modell hat wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf die Sturzreduktion.

Implikationen: Die Übersichtsergebnisse zusammen mit einer Beschreibung der „PDSAFE“-Intervention bauen auf der konzeptionellen Diskussion über mehrdimensionale Interventionen zur Sturzprävention bei PmP auf und informieren über die Gestaltung und Umsetzung der klinischen Praxis und Forschung.

Finanzierungshinweise: NIHR Health Technologies Assessments – HTA-Projekt Referenz: 10/57/21

Thema: Neurologie: Parkinson-Krankheit

Ethik-Genehmigung: Ethics REC Ref: 14/SC/0039 NRES South Central Hampshire B Committee


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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