STROMAUFWÄRTS SCHWIMMEN GEGEN BIOMEDIZINISCHE ANNAHMEN: EINE PARTIZIPATORISCHE QUALITATIVE STUDIE ZUR ÄNDERUNG DER PRAXIS BEI UNTEREN RÜCKENSCHMERZEN

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K. Mescouto1, R. Olson2, PW Hodges1, N. Costa1, MA Patton1, K. Evans3, K. Walsh4, J. Setchell1
1Die University of Queensland, School of Health and Rehabilitation Sciences, Brisbane, Australien, 2Die University of Queensland, School of Social Sciences, Brisbane, Australien, 3Healthia Ltd, Brisbane, Australien, 4Metro South Health Behandlungsdienst für anhaltende Schmerzen, Brisbane, Australien

Hintergrund: Trotz der Empfehlungen, psychosoziale Faktoren bei der Versorgung von Menschen mit Kreuzschmerzen (LBP) einzubeziehen, legt die Forschung nahe, dass biologische Aspekte weiterhin im Mittelpunkt der physiotherapeutischen Praxis stehen, wobei allgemeinere Aspekte der Versorgung wenig Beachtung finden. Es wurde wenig erforscht (philosophisch oder angewandt), wie diese Dominanz biologischer Aspekte in der klinischen Praxis umgesetzt wird, noch wie Widerstand gegen diese biologische Dominanz praktiziert werden könnte.

Zweck: Diese Studie hatte zwei Ziele:
1) zu untersuchen, wie sich Macht bei der Umsetzung biologischer und „menschlicher“ (z. B. psychologischer, sozialer, zwischenmenschlicher, kultureller) Aspekte der Pflege bei der Behandlung von Menschen mit LBP in privaten Praxen auswirkt, und
2) gemeinsame Entwicklung von Empfehlungen zur Verbesserung dieser menschlichen Aspekte der Pflege, wo dies erforderlich ist.

Methoden: In dieser qualitativen Studie wenden wir eine foucaultsche philosophische Linse an, um zu verstehen, wie Macht in den biologischen und menschlichen Aspekten der LBP-Versorgung eine Rolle spielt. Foucault konzeptualisiert Macht als verstreut (nicht nur von oben nach unten) und sichtbar in mehreren Aspekten der klinischen Versorgung. Das Forschungsteam analysierte thematisch Daten aus 30 ethnographischen Beobachtungen von Physiotherapie-Konsultationen (26 Patiententeilnehmer) und 7 gemeinsame Diskussionen mit 10 Physiotherapeuten-Teilnehmern. Ein Beratungsgremium aus 5 Personen mit gelebter LBP-Erfahrung lieferte Patientenbeiträge zu allen Studienkomponenten.

Ergebnisse: Die Analyse ergab zwei übergreifende Themen.
Thema: 1) biologischer Fokus: Unsere kollaborative Analyse verfolgte, wie Macht die Bevorzugung biologischer gegenüber menschlichen Aspekten der Pflege im physiotherapeutischen Management von Menschen mit LBP verstärkte. Die Fokussierung auf biologische Aspekte erfolgte, als Patienten und Physiotherapeuten von vertrauten Normen biologischer Ansätze der physiotherapeutischen Praxis angezogen wurden, wenn solche Ansätze an die berufliche Identität von Physiotherapeuten gebunden zu sein schienen und wenn institutionelle Umstände dazu beitrugen, den biologischen Fokus von Interaktionen zu stärken.
Thema: 2) Menschliche Aspekte der Pflege: Diese Aspekte erhielten in den Konsultationen weniger Aufmerksamkeit, da Physiotherapeuten häufig wichtige Hinweise von Patienten zu Aspekten jenseits des Biologischen übersehen wurden. Es gab jedoch Zeiten, in denen Widerstand gegen die Dominanz biologischer Herde beobachtet wurde, wobei Physiotherapeuten sich um die Emotionen und andere nicht-biologische Anliegen der Patienten kümmerten. Beispielsweise kümmerten sich einige teilnehmende Physiotherapeuten um die menschlichen Aspekte der Pflege, indem sie ein langsameres Tempo annahmen, stille Momente boten und flexiblere Konsultationen einrichteten. Darüber hinaus stellten die Physiotherapeuten während der 7 Diskussionen der Studie mit Klinikern ihre biologischen Annahmen in Frage, die normalerweise ihre Arbeitsweise bestimmen.

Schlussfolgerung(en): Obwohl es in der vorliegenden Studie Anzeichen für einige Verschiebungen hin zu breiteren „menschlichen“ Aspekten des LBP in der physiotherapeutischen Praxis gab, dominierte der Fokus auf biologische Aspekte immer noch als normative Praxis. Physiotherapeuten konnten der starken Anziehungskraft dieser institutionalisierten Gewohnheit widerstehen, wenn sie Strategien verwendeten, die ihre Praktiken und üblichen Arbeitsweisen in Frage stellten, aber dies erforderte eine kontinuierliche Verhandlung und Neuverhandlung der Macht, die kooperativere und reflexivere Praktiken ermöglichte, um die menschlichen Aspekte der LBP-Versorgung zu verbessern.

Implikationen: Physiotherapeuten können sich der biomedizinischen Dominanz möglicherweise widersetzen, indem sie praktische Empfehlungen für klinische Veränderungen annehmen, die Folgendes umfassen: Verwendung kooperativer Kommunikation, um Patientenvorschläge einzuladen, sich um Machtunterschiede und die Emotionen von Patienten und Physiotherapeuten zu kümmern und Zeit zu schaffen, um menschliche Aspekte der Versorgung anzusprechen.

Finanzierung, Danksagungen: Diese Arbeit wurde unterstützt durch Stipendien des National Health and Medical Research Council of Australia [JS: APP1157199 und PH: APP1102905]

Stichwort: Rückenschmerzen, Leistungsdynamik, qualitative Forschung

Thema: Schmerz & Schmerztherapie

War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? Ja
Institution: Die Universität von Queensland
Ausschuss: Der Ethikausschuss der Universität von Queensland A
Ethiknummer: 2019000231


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

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