EINE SYSTEMATISCHE ÜBERPRÜFUNG UND META-ANALYSE DER WIRKSAMKEIT VON PSYCHOLOGISCHEN INTERVENTIONEN, DIE DURCH PHYSIOTHERAPEUTEN FÜR MUSKULOSKELETALE SCHMERZZUSTÄNDE DURCHGEFÜHRT WERDEN

Silva GuerreroAV1, Maujean A.1, Letizia C.1, Michèle S.1
1Griffith University, Allied Health School, Gold Coast, Australien

Hintergrund: Es gibt Hinweise darauf, dass die Einbeziehung psychologischer Komponenten in jede Intervention (z. B. körperliche Rehabilitation) die gesundheitlichen Ergebnisse erheblich verbessert. Während bei manchen Patienten mit muskuloskelettalen Schmerzen psychologische Interventionen erforderlich sein können, kann die Teilnahme an einer psychologischen Behandlung mit Schwierigkeiten verbunden sein. Einzelpersonen können aufgrund mangelnden Verständnisses der psychologischen Faktoren im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat stigmatisiert werden, wenn sie psychologische Behandlungen und psychiatrische Versorgung suchen und sich daran beteiligen. Zweitens können zusätzliche Kosten entstehen, wenn Patienten in einem interdisziplinären Team behandelt werden, wo die Zahlungen von jedem Anbieter separat berechnet werden. Schließlich ist die Verfügbarkeit von Gruppenschmerzbehandlungen und Schmerzklinikdiensten im Allgemeinen gering, und diese Dienste haben oft lange Wartelisten. Es gibt Hinweise darauf, dass es potenzielle Vorteile gibt, wenn mehr als eine Behandlungsart von einem einzigen Arzt durchgeführt wird, z. B. eine bessere Integration von Teilbehandlungen, eine bessere Zugänglichkeit und geringere Gesundheitskosten, wodurch der Bedarf an Sekundärversorgung minimiert wird.

Zweck: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit von durch Physiotherapeuten durchgeführten psychologischen Interventionen in Kombination mit Physiotherapie im Vergleich zu Physiotherapie allein in Bezug auf Schmerzen, Behinderungen und psychologische Ergebnisse bei Patienten mit muskuloskelettalen Schmerzzuständen.

Methoden: Die Überprüfung wurde in Übereinstimmung mit den (PRISMA)-Richtlinien durchgeführt. Fünf Datenbanken (MEDLINE®, CINAHL, PsycINFO, Cochrane Central und SPORTDiscus) wurden vom Beginn bis Mai 2016 systematisch nach randomisierten kontrollierten Studien durchsucht. Zwei unabhängige Gutachter überprüften Titel, Abstracts und Volltext potenzieller Studien anhand der Zulassungskriterien. Die Studienqualität wurde mit dem Cochrane Risk of Bias Tool bewertet. Die Gesamtqualität der Evidenz für die Hauptanalysen wurde anhand des GRADE-Ansatzes bewertet. Alle Analysen wurden mit Random-Effects-Modellen durchgeführt.

Ergebnisse: 35 Artikel erfüllten die Eignungskriterien, 29 davon waren für eine Metaanalyse geeignet. Es gab Evidenz von niedriger bis hoher Qualität, dass Physiotherapeuten durch psychologische Behandlung die Schmerzen kurzzeitig (25 Studien, MD = -0.45; 95 % [KI], -0.72 bis -0.18) und langfristig (19 Studien, MD = -0.44; 95 % [KI], -0.70 bis -0.17) und verringerte Behinderung kurzfristig (27 Studien, SMD = -0.14; 95 % [KI], -0.27 bis -0.01). Keine der Wirkungen war klinisch bedeutsam. Evidenz von moderater bis hoher Qualität zeigte kleine bis mittlere Wirkungen für die meisten psychologischen Endpunkte bei kurz- und langfristigen Nachbeobachtungen. Klinisch bedeutsam waren die Wirkungen auf Schmerzkatastrophisierung, Angstzustände und Depressionen.

Schlussfolgerung(en): Die Ergebnisse zeigen, dass Physiotherapeuten, die psychologische Interventionen durchführen, vielversprechend sind, um die gesundheitlichen Ergebnisse, insbesondere die psychologischen Ergebnisse, bei muskuloskelettalen Schmerzzuständen zu verbessern, und eine kostengünstige Ergänzung zur derzeitigen Grundversorgung darstellen können.

Implikationen: Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass der Einsatz von Physiotherapeuten zur Bereitstellung einer Kombination von Behandlungen (dh psychologische Intervention und Physiotherapie) eine kostengünstige und weniger intensive Methode zur Behandlung von Schmerzen im Bewegungsapparat sein kann.

Finanzierungshinweise: Für diese Überprüfung wurde keine spezifische Finanzierung beschafft.

Thema: Muskuloskelettale

Ethik-Genehmigung: NA


Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.

Zurück zur Auflistung